Re: Erneuter Unfall in der campo


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Abgeschickt von W.A. am 21 Februar, 2008 um 03:56:45:

Antwort auf: Erneuter Unfall in der campo von dauergast mit 2 kids am 20 Februar, 2008 um 12:13:23:

Quelle HAZ 2.November 1997


Campo-Unfall löst Debatte aus


Der lebensgefährliche Absturz eines Elfjährigen aus dem Hochseilgarten der Campo-Arena hat eine bundesweite Debatte um die Sicherheit in sogenannten Selbstsicherungsgärten ausgelöst.


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Ausreichend? Das Sicherungssystem in sogenannten Klettergärten steht in der Kritik.

Der Deutsche Hochseilgartenverband (ERCA-D) will seinen Mitgliedern in der kommenden Woche empfehlen, unter den problematischen Stellen von Hochseilgärten Netze zu spannen. Am Mittwoch war ein elfjähriger Junge in dem Anderter Freizeitpark acht Meter tief abgestürzt, nachdem er offenbar beide Sicherungskarabiner gelöst hatte.

„Wir können der Campo-Arena keinen Vorwurf machen“, sagte der Stellvertretende Vorsitzende des ERCA Deutschland, Frank Schweinheim. Das Sicherheitssystem der Arena sei vorbildlich und entspreche bereits jetzt dem Standard für sogenannte Selbstsicherungshochseilgärten, der im Frühjahr als EU-Norm festgelegt werden soll. „Die Campo-Arena ist Mitglied in unserem Verband, hat sich umfassend beraten lassen und hat den Unfall vom Mittwoch zeitnah gemeldet“, sagte Schweinheim.

Nun sei es Sache des Verbandes, aus solchen Vorfällen zu lernen und neue Sicherheitsempfehlungen auszugeben. „Bisher waren wir davon ausgegangen, dass Netzsicherungen eher kontraproduktiv seien, da sie zu Leichtsinn verführen“, sagte Schweinheim. So hätten sich bereits Kinder in entsprechende Netze hineinfallen lassen. „Nach mehreren schweren Unfällen in Hochseilgärten müssen wir aber wohl umdenken.“
Insgesamt gebe es in Deutschland zurzeit 400 Hochseilgärten mit unterschiedlichsten Größen und Konzepten. Seit fünf Jahren steige ihre Zahl rapide. Gerade die „Abenteuergärten“, in denen sich die Nutzer eigenverantwortlich sichern, ohne ständig von Partnern oder Mitarbeitern kontrolliert zu werden, komme immer mehr in Mode. „Die Menschen nehmen das Restrisiko bewusst in Kauf.“ Wie viele Unfälle es jährlich gibt, sei nicht bekannt, sagte Schweinheim.

Den Hochseilgarten der Campo-Arena haben seit der Eröffnung im Jahr 2005 mehr als 300 000 Gäste unfallfrei durchquert. Neben den Netzen unter den „Umlenkpunkten“, an denen die Kletterer ihre Sicherungen umklinken müssten, seien als zusätzliche Sicherungen auch Karabiner denkbar, die so konstruiert sind, dass sie nicht gleichzeitig zu lösen seien. Ein solches System werde gerade erprobt, sei aber noch nicht serienreif.

„Wir werden jede Empfehlung des Verbandes prüfen und selbstverständlich umsetzen, wenn sie für unseren Hochseilgarten sinnvoll erscheint – wie wir es bisher immer getan haben“, sagte Jens Ahlbrand, Geschäftsführer der Campo-Arena, an diesem Freitag.

Von Rüdiger Meise


Veröffentlicht am 02.11.2007 18:59 Uhr
Zuletzt aktualisiert am 02.11.2007 19:00 Uhr

Das ist bisher die einzige Reaktion der Betreiber
gewesen. Seitdem sind zwei weitere Kinder abgestürzt! Endlich wird jetzt aber reagiert, auf der Homepage findet sich folgende Information:

Hochseilgärten
Wichtiger Hinweis:Die Hochseilgärten und Seilbahnen sind bis auf Weiteres auf Grund von Umbaumaßnahmen geschlossen. Zurzeit arbeiten wir daran, unter dem schienengeführten Hochseilgarten ein Netz zu spannen, eine Sicherheitskonstruktion, wie sie bisher noch in keinem Hochseilgarten gibt. Dias Netz (ca. 350qm) wird den Hochseilgarten von unten und an den Seiten vollflächig umhüllen. Geplant ist, die Installation bis Ende Februar abzuschließen. Nach der Abnahme durch den TÜV Nord soll dieser Hochseilgarten dann spätestens zu den Osterferien wieder für Sie geöffnet werden.

Parallel dazu werden die karabinergesicherten Hochseilgärten im Innen- und Außenbereich ebenfalls mit zusätzlichen Sicherheitstechniken ausgestattet. Auch hier haben die Bautätigkeiten bereits begonnen.

Alle anderen Attraktionen der CAMPO Aktiv-Arena sind regulär geöffnet und nutzbar.

Wir werden Sie an dieser Stelle über den Fortschritt der Bauarbeiten informieren und wissen lassen, sobald der schienengeführte Hochseilgarten wieder zur Verfügung steht. Vielen Dank für Ihr Verständnis!


Jedoch kommt diese Maßnahme zwei Monate zu spät!
Die Betreiber hätten sofort nach dem ersten Unfall reagieren müssen, aber so eine Umrüstung kostet viel Geld. Nein, es müssen erst noch zwei Kinder abstürzen und der Druck (Negativpresse, schwindende Besucherzahlen) stärker werden, bevor
reagiert wird. Von den Vorfällen findet sich nichts auf der Homepage wieder, es wird geschwiegen! Der Mensch wird dort anscheinend als "Ware" betrachtet, Menschlichkeit und Anteilnahme sowie Worte der Entschuldigung sind den Betreibern wohl Fremdworte! Was für ein armseliges Verhalten.

Für uns steht fest, diese Einrichtung nie wieder zu besuchen. Wer mit dem Leben seiner Kunden (insbesondere der Kinder) "spielt", sollte die Erlaubnis zum Betrieb entzogen werden. Erstaunlich finde ich auch die spärliche Berichterstattung in den örtlichen Medien, scheint niemanden so richtig zu interessieren. Auch hier liegt die Vermutung nahe, dass die wirtschaftlichen Aspekte (Anzeigenwerbung) höher bewertet werden als eine kritische Berichterstattung. Oje, in was für einer Welt leben wir eigentlich?

Mir fällt da nur ein Satz ein: Verantwortungsvolle Eltern vereinigt euch
und schützt eure Kinder vor solchen "Todesfallen".

W.A




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